Aussaat, Gemüse

Planungsrunde

Die grosse Saatgutbestellung ist eingetroffen und somit ist klar, dass ich die Sache nicht mehr lange aufschieben kann. Nein, nicht die Aussaat, darauf freue ich mich wie ein kleines Kind – obschon ziemlich viel Arbeit auf mich wartet, da ich es mit der Vielfalt mal wieder masslos übertrieben habe.

Auch die Sache mit den Mischkulturen bereitet mir kein Bauchweh. Dass nicht jede beliebige Pflanze mit jeder anderen beliebigen Pflanze das Beet teilen möchte, finde ich absolut einleuchtend. Wäre mir ja auch nie in den Sinn gekomme, mit dem erstbesten Dahergelaufenen Tisch und Bett zu teilen.

Damit auch meinen Pflänzchen das Glück beschert ist, mit einem passenden Partner durchs Leben zu gehen, verwende ich daher jedes Jahr ziemlich viel Zeit auf die Planung der Beete. Mit kleinen bunten Post-its und unter gelegentlichem Spicken auf der Mischkulturen-Liste des Saatgutherstellers meines Vertauens bilde ich für jedes Beet eine passende Pflanzgemeinschaft. Tomaten, Kopfsalat und Tagetes, zum Beispiel, oder Zucchini, Wirsing und Spinat, Peperoni, Petersilie und Gurke oder – der Klassiker schlechthin – Kürbis, Mais und Bohnen (wobei ich nicht eine einzige Bohne ernten konnte, ganz so toll funktioniert hat das bei mir also nicht). Diese Arbeit braucht zwar Zeit, lohnt sich aber durchaus und darum werde ich auch dieses Jahr wieder stundenlang Zettelchen hin und her schieben, bis alle ihre passende Begleitung gefunden haben.

Dass sich die Auseinandersetzung mit dem Thema Fruchtwechsel nun jedoch nicht länger aufschieben lässt, trübt meine Vorfreude auf die Gartensaison. Zu lange habe ich mir eingeredet, das sei nur so eine Erfindung von erfahrenen Gärtnerinnen, die den Anfängern unter die Nase reiben wollen, wie viel mehr sie wissen und können. Die wortreichen Erklärungen, warum das nötig sei, überflog ich zwar ab und zu, beruhigte mein schlechtes Gewissen dann jedoch immer mit der faulen Ausrede, im Hochbeet kämen mit dem Auffüllen der Erde doch bestimmt in jeder Saison wieder genügend Nährstoffe in den Boden. Die Sache mit den Schädlingen und Krankheiten, die ein leichtes Spiel haben, wenn ihre Lieblingspflanzen immer im gleichen Beet wachsen, blendete ich geflissentlich aus. Doch mit dieser Blauäugigkeit ist jetzt Schluss, in dieser Saison wird sauber geplant – obschon mir davor ganz furchtbar graut.

Okay, mir ist schon klar, was sich jetzt so mancher denkt, der wirklich drauskommt: Mach nicht so ein Theater, ist doch ein Kinderspiel. Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer, Gründungung und das immer schön im Turnus. So einfach geht das.

Ja, so einfach geht das, wenn man die Regel von Anfang an brav befolgt hat. Hat man aber stattdessen wie ich wild drauflos gegärtnert, ist dieses Jahr eine sehr mühsame, sehr intensive Vorbereitungsrunde mit endlos vielen Zettelchen und schlecht gezeichneten Plänen angesagt.

Es sei denn, es gelänge mir, den Mann an meiner Seite zu ein, zwei weiteren Hochbeeten zu überreden, damit ich beim Turnus leichter tricksen kann … (Und weil ich mir ja nicht den erstbesten Dahergelaufenen als Tisch- und Bettgefährten ausgesucht habe, sondern einen durchaus vernünftigen Menschen, lässt er sich vielleicht sogar von meinem Ansinnen überzeugen.)

2 Gedanken zu „Planungsrunde“

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